Im Rahmen des Projekts DigiTest sollte experimentell untersucht werden (Amateurfunk ist Experimentalfunk!) welche digitalen Übertragungsverfahren sich wie unter UKW-Bedingungen verhalten und damit einsetzbar sind.

Am ersten DigiTest Versuchstag im März 2012 haben über 70 OMs teilgenommen. Als Ergebnis konnte festgestellt werden, dass sich insbesondere MFSK-Betriebsarten für den Betrieb auf UKW auch unter Contestbedingungen eignen. Weiter hatte sich der 3. Dienstag im Monat als Aktivitätstag eingespielt. An diesen Tagen waren auch auf UKW QSOs in digitalen Betriebsarten zu beobachten. Am 2. DigiTest Versuchstag im Oktober 2012 wurden diese Untersuchungen weitergeführt.

Ergebnisse 1. Versuchstag

Über 70 Stationen haben sich am DigiTest-Versuchstag am 11. März 2011 beteiligt. Dabei sollte unter UKW-Bedingungen getestet werden, wie sich digitale Übertragungsverfahren im QSO- bzw. Contest-Betrieb verhalten.

Die bevorzugte Betriebsarten waren: FSK: RTTY 45.45 PSK: PSK 31 und als Vertreter von MFSK: Olivia 4/500.

Als Frequenzen waren festgelegt:

2m :144.160 bis 144.180, Anruffrequenz 144.170

70cm : 432.370 bis 432.400, Anruffrequenz 432.380

Betrieb hat tatsächlich fast ausschließlich auf 2 m stattgefunden.

Insgesamt wurden über 70 Calls geloggt, davon 67 Calls in den Logs, 69 Calls hat der PSK-Reporter eingefangen. 14 Stationen waren mit dem PSK-Reporter verbunden.

Die Erfassung mit dem PSK-Reporter war überraschend gut, die 14 Stationen haben quasi alle eingefangen. Zu guter Letzt wurden in Summe 15 Logs eingereicht, nicht gerade viel für einen Versuchstag mit immerhin 70 Teilnehmern.

Es waren keine "Big Guns" QRV. Etliche Stationen waren mit 50-100 Watt und einer Yagi mit 5-11 Elementen, einige Stationen waren aber auch nur mit 30-40 Watt an einer GP QRV. Dies ist bei der Bewertung der Ergebnisse zu berücksichtigen. Die mit dem PSK-Reporter geloggten Verbindungen sind in zeigen, dass DL relativ gut abgedeckt war. Die 14 Reporter empfingen 76 PSK und 4 RTTY Stationen. In den 15 eingesandten Logs waren 62 PSK-Verbindungen sowie 41 in RTTY und 5 in Olivia enthalten.

Die hohe Zahl der automatisch geloggten Verbindungen ist wohl auch darauf zurückzuführen, dass für das automatische loggen ein CQ-Ruf ausreichend ist, für das manuelle loggen jedoch eine komplette Verbindung gearbeitet werden musste.

Fazit des Versuchtags:

  • Es besteht Interesse, digitale Betriebsarten auch auf UKW zu untersuchen.

  • Digitale Betriebsarten für QSO und Contest funktionieren auch auf UKW.

  • Der PSK-Reporter ist ein wertvolles Hilfsmittel, um Ausbreitungs- und Betriebsbedingungen zu untersuchen.

  • PSK 31 ist möglich, aber auf Grund der Bedingungen auf UKW schwierig.

  • Breitbandigere MFSK-Verfahren ist offensichtlich besser geeignet.

  • Entsprechend der spezifischen Ausbreitungsbedingungen sind geeignete Modes und Parameter auszuwählen.

Es gibt eine Anzahl von sehr leistungsfähigen Digimodes, die grundsätzlich contesttauglich sind und bessere Ergebnisse als RTTY und PSK versprechen. Es gibt jedoch keine ausreichenden praktischen Erfahrungen unter Contestbedingungen, da große, unübersichtliche Anzahl von konkurrierenden Verfahren keine Anreize, sich mit diesen Verfahren zu beschäftigen (Conteste, Clubmeisterschaft, Pokale..) leistungsfähige Contest-Logprogramme unterstützen die neuen Digimodes nicht. Diesen Teufelskreis gilt es aufzubrechen.

Von den Teilnehmern des DigiTest-Versuchstags kamen folgende Rückmeldungen betreffend der QSO in den unterschiedlichen Modi:

DL8LR: Mehrere PSK-Sender wurden empfangen aber nicht dekodiert aufgrund der geringen Feldstärke. Anders als auf KW wo ich Signale mit S1 dekodieren kann waren hier auf 2m S3-4 erforderlich. Die Dekodierung von RTTY-Signalen war schon ab S1 kein Problem.

DF1HF: PSK31 ging nicht so gut... die leisen Stationen waren kaum zu dekodieren...in SSB wäre es jedoch gegangen...die Signale hatten Fading und von daher kamen kaum Dekodierungen... RTTY ging besser... war auch mein ODX.

DF8JE: PSK31: gehört Stationen mit 400km. Probleme beim Synchronisieren. Fading, dann geht nichts. Weitere, nicht so starke Stationen ließen sich besser lesen, als Nahe. Antenne musste dann gut ausgerichtet sein. Rtty: geht gut. Sofort mitschreibbar. Bei nahen Stationen, Antenne gut ausrichten, Fehler durch Reflektionen.

DJ5JK: Bereits vor vielen Jahren hatte ich mit einigen OM Versuche gemacht, digitale Betriebsarten (damals AMTOR, PACTOR, RTTY, PSK) auf 2m zu vergleichen. Erst kürzlich haben wir die Tests auch mit WSJT, WSPR, etc. wiederholt und die grundsätzliche Eignung digitaler Modes für VHF bestätigt. Es zeigt sich jedoch, dass ein Allerwelts-Transceiver mit SSB-Filter nur mässigen Erfolg bringt, besonders bei PSK31, einer grundsätzlich guten Betriebsart - auch für QRP, jedoch mit meist miserabler Betriebstechnik.

DD7ZT: Zu den Erfahrungen: Ich hatte vor einiger Zeit mal etwas länger mit einem OM ca 30km entfernt PSK auf 2m getestet und wir hatten ziemliche Probleme eine stabile Verbindung hinzubekommen. Evt lag es an zuviel Reflexionen im Taunus auf der Strecke zwischen uns... Ich denke RTTY dürfte geeigneter sein, von konkreten Erfahrungen kann ich dazu leider noch nicht berichten.

DL5ZA: Nur zum Vergleich der Betriebsarten:PSK31 ist auf UKW weniger geeignet weil des einen Dopplereffekt gibt und die Gegenstation quasi auf einer anderen Welle zurück kommt.Wenn man das kalkuliert und die RIT zu Hilfe nimmt geht es auch mit kleinen Feldstärken.

DG7DCL/PY6ZWL:Bereits um das Jahr 2000 (hi) haben wir uns über die Strecke Wuppertal - Hannover (ca 380 KM) ausführlich mit den beschriebenen Betriebsarten beschäftigt: PSK setzt, wie auch auf Kurzwelle, stabile Ausbreitungsbedingungen voraus. Die sind auf den höheren Frequenzen nicht immer gegeben . Facit PSK war brauchbar, führte doch zu einer häufigen Unlesbarkeit. MFSK, Olivia, MT6 Die Erfahrungen auf KW zeigten, daß bei unruhigen Bandbedingen (so) man tunlichst auf Mehr-Tonverfahren wechseln sollte. In der Praxis geschieht das überhaupt nicht, lieber versuchen die Kollegen es über Leistungserhöhung. Sehr schön hier PY zu beobachten,.....Auf 2m konnten wir speziell bei MFSK beobachten, daß die einzelnen Tonfrequenzen im Rahmen der Ausbreitung "gebeugt" wurden. Das Signal veränderte sich dadurch in der Bandbreite und konnte nicht mehr dekodiert werden. RTTY: Haben wir damals nicht weiter untersucht, da RTTY wie auch auf KW nicht redundant ist und idR hohe Sendeleistung erforderlich macht. Unsere Ansatz war es, bei geringer Leistung (max 20 W) sichere Fernverbindungen zu erzielen.

DJ3ZF: Auffällig: Teilweise recht schwache PSK31-Signale dekodierbar, aber dann auch wieder recht starke nicht - die häufige Mehrwegeausbreitung versemmelt die Phasenmodulation ganz schön. Und die Nähe zum Frankfurter Flughafen (10 km) verschärft das Thema Mehrwegeausbreitung natürlich noch. Zu dem von mir weniger anfällig eingeschätzten FSK-basierten Olivia gab's leider keine wirklichen Erkenntnisse, die einzige Verbindung ging über 67 km und mit dieser Station waren alle 3 Modes einwandfrei möglich. Habe trotz vieler CQ-Rufe in Olivia leider keine weitere Gegenstation in der nach meiner Einschätzung besten der 3 Betriebsarten für größere Entfernungen auf 2m gefunden. Ansonsten: Bei RTTY war zum fehlerfreien Mitschreiben tendenziell eine höhere Signalstärke erforderlich als bei PSK31, andererseits ließen sich in einigen Fällen selbst relativ starke PSK-Signale vermutlich wegen Mehrwegeausbreitung nicht decodieren. In Olivia habe ich keine weiteren Signale empfangen, wobei sehr schwache Signale auch im Wasserfall schwerer zu finden sein dürften als bei PSK.

DL9MEU: Generell war PSK schwierig, manchmal ein richtig dickes Signal über eine längere Zeit, aber nicht dekodierbar. Offensichtlich wurden unterwegs die Phasen etwas durcheinandergebracht. Ich konnte weiter Mehrfachsignale beobachten die so 7-10 Hz verschoben auftauchen, natürlich nicht dekodierbar. Zweimal hatte ich die Möglichkeit nach einem PSK-QSO es in Olivia weiterzuführen. Während PSK nur mit viel Phantasie zu lesen war, ging es mit Olivia ohne jede Probleme, der Text lief sauber. RTTY lag irgendwie dazwischen. Bandbreite und FEC helfen bei Olivia offensichtlich spürbar und kleine Frequenzversätze stören nicht.

Zusätzliche Stimmen der Einsender:

DG7MAQ:ich möchte mich für die Förderung der Digitalen Fernschreibbetriebsarten bedanken. Ich hoffe es gibt ein nächstes mal.

DG9NCZ:Trotzdem hat es Spaß gemacht – bis irgendwann wieder mal.

DL4RCK:Dennoch war es eine Erfahrung, die ich gerne unter besseren Bedingungen wiederholen möchte.

DL8LR:Vielen Dank für Euer Engagement, es war sehr interessant.

DF1HF:Nächstes Mal etwas mehr Werbung, dann ist die Anzahl der Teilnehmer wohl auch höher...JT65A hattet ihr als Mode vergessen in der Ankündigung zu nennen. Sonst eine nette Idee! Danke für das nette Event!

DF8JE:Dieser Tag sollte auf jeden Fall wiederholt werden.

DJ5JK:danke für die gute Idee und Initiative. Trotz Eurer guten Publikation und rechtzeitigen Ankündigung war die Resonanz leider nicht besonders gross. Ich stimme für einen 2-3 stündigen Contest in RTTY und/oder PSK31 und würde mich auch gerne daran beteiligen.

DM5WH:Hat Spaß gemacht, ich hoffe das weitere Versuche gemacht werden.

DL3MR:Fazit: Digi-Contest auf UKW wird sich nicht durchsetzen.

DG7DCL/PY6ZWL:ein vernünftiger Versuch auch auf UHF und VHF systematisch mit DIGI mods zu experimentieren. Bei ca 96 digitalen Betriebsarten sollte es doch ein Programm geben, dass die auf 2 m möglichen Reichweiten mit ca 3000 Km ausreizten kann, vorausgesetzt es ist jemand qrv.!

DJ3ZF:Hat Spass gemacht, auch wenn trotz vieler CQ-Rufe auf 2m nur 11 Verbindungen mit 8 Stationen geloggt (und nur wenige mehr gelesen) wurden: Hoffe auf eine Wiederholung mit ein paar zusätzlichen Stationen! Soweit die Erfahrungen, eine Wiederholung würde mich auf jeden Fall reizen, und ich bedanke mich für den Aufwand, diesen digitest auf die Beine gestellt zu haben!

DL9MEU: Danke für die positiven Kommentare, offensichtlich hat es trotz widrigen Bedingungen Spass gemacht. Mein Dank geht an alle, die dabei waren und gezeigt haben, dass der Experimentalfunk noch lebt.

Ergebnisse 2. Versuchstag

DJ5IG: TRX: Yaesu ft897d Power: 5 Watt Antenne: Diamond X30 in ca. 3m Höhe DM780, V5.1, QTH: Wuppertal Loc: JO31MF. Das Log ist nur für die Verbindungen in Contestia 8/500. Wir haben mit den gleichen Stationen jedoch auch Betrieb in PSK31 gemacht. Vom Vergleich her würde ich sagen, dass PSK31 etwas schnelleren Betrieb zuließ.

DH1DAV: Kenwood TS790 mit etwa 35 Watt, Diamond Duoband 2m/70cm - 5m lang) in 12m Höhe. HRD QTH: Unterbachern, JN58QG Bei den Modes komme ich immer wieder auf das einfach zu handhabende PSK31 und das absolut robuste RTTY zurück. Thor16 hat im Vergleich bei absolut ruhigem Band und ruhiger Umgebung weitaus mehr fehlende oder falsche Buchstaben als die anderen Modes. Contestia und DominoEx haben zwar gut funktioniert, ich sehe aber keine Vorteile gegenüber dem weitaus schmalbandigeren PSK.

DL2RSF: FT-897, 2mal 7 Element nach DK7ZB, und bei Bedarf 750 Watt an der Antenne. QTH Dennewitz in JO61 MX, 83m über NN. habe nur in PSK ein QSO mit DG3VSM in JO61NH geführt. Bei der geringen Entfernung kein Problem.Gehört hab ich einige Stationen, den DC6RN in RTTY, kam auf meinen Anruf nicht zurück; und Signale in Contestia, nicht zu dekodieren.

DK3RW: Versuchsaufbau mit einem FT-817, 5W Antenne 5-Element auf dem Balkon in Richtung Süden. Da hatte ich nur 2 QSO's mit DF4WC auf RTTY und Contestia, Entfernung 80km.

DF1HF: JO43WJ, Ich konnte Norbert DC6RN aus Amberg in der Oberpfalz erreichen. Entfernung 461 km, also Klasse zum Testen... Zuerst PSK31...das war für Norbert OK...ja glaube ich ihm..ich sendete auch nur 25 Watt..aber ich konnte ihn nicht oder kaum Dekodieren.. er machte High Power...dann kommen Reflexionen dazu...und es ist nicht zu dekodieren bei mir...Dann probierten wir RTTY...das war für mich einwandfrei aufzunehmen...nur er konnte mich nicht sicher aufnehmen... Dann ein Test mit Contestia 8/500 .ups auf einmal ging das Licht an...und er war fehlerfrei aufzunehemen...und er konnte auch mich lesen... Dann kam der Mode Thor 16...wie du ihn Vorgeschlagen hast... Gregor das mach ich nie wieder...das ging gar nicht..Weder bei Norbert noch bei mir...dann nochmal Contestia 8/500 und was war das Klasse. Alles prima beiderseits aufzunehmen... Sieger des Abends Contestia 8/500! Wobei es noch zu testen wäre,ob Contestia nicht noch sicherer dekodiert wenn es langsamer läuft. 

DC6RN: jn 59wk ca. 600 Watt Mit Andi DF1HF getestet RTTY /PSK 31 / Thor 16 / Contestia ,Contestia war eindeutig am besten habe Andi mit 25 Watt nur in Contestia sauber mitschreiben können . Ich glaube das sich Contestia sehr gut für UKW eignet RTTY ist nicht so gut gegangen da brauchst schon a gutes Signal das es vernünftig mitschreibt.

 

   
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